Zwischenstand Ende November 2014

Huiiii, der letzte Eintrag hier ist ja schon rund zehn Wochen her und seither ist so viel passiert!
Unser erster kleiner Unfall zum Beispiel, oder die TÜV-Prüfung, der Michel sieht jetzt auch ganz anders aus. Außerdem haben wir unsere Wohnung gekündigt, unseren Haushalt immer mehr unter andere Leute gebracht und mehr und mehr reduziert. Unsere Bude steht jetzt allerdings immer noch voll mit Zeug! Echt interessant, was man eigentlich alles nicht braucht.
Da sich so langsam für uns das Leben immer mehr mit dem des Autos vermischt, schreiben wir jetzt einfach alles hier in diese Rubrik. Es lässt sich jetzt einfach nicht mehr trennen in „Michel“, „Fahrt“, usw.
Tja, wo fangen wir an… vielleicht bei dem Teil mit Michels Erscheinungsbild.

Rost und Lack
Wir haben ja im letzten Beitrag schon geschrieben, dass wir den Michel ein paar Schönheitskuren unterziehen wollen. Was das heißt, seht ihr hier:

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Zuerst musste sämtlicher Rost freigelegt werden, also mit Drahtbürste und Schleifgeräten die Farbe und den Rost ab, Rost behandeln, teilweise auch Bleche ersetzen (schweißen und poppen). Dann kam per Rolle Rostschutzfarbe drauf, danach der Lack. Klingt einfach, war aber eine Mordsarbeit!
Mettis Vermieter hat uns mehr oder weniger vom Hof gejagt, da seiner Meinung nach laut Ordnungsamt auf seinem Platz nicht gearbeitet werden darf (Hä? Gewerbegebiet? Mehrere Werkstätten in der Straße? Idiot!). Also arbeiten wir nun bei Radbod, ein Kulturzentrum, bei dem wir bis vor Kurzem noch unseren Proberaum hatten. Hier werden wir jedenfalls nicht verscheucht, sondern von den älteren Herrschaften beim Seniorentanz sogar mit Kaffee versorgt. Ätsch! Naja, da wir nur bei trockenem Wetter arbeiten konnten, hat das Ganze echt lange gedauert, so ca. 6 Wochen. Naja, da wir absolute Anfänger sind, kann es auch daran gelegen haben, dass wir einfach langsam sind. 😉
Das mit dem Lack war noch ganz schön spannend, da wir den vorletzten Tag vor einer vorhergesagten Schlechtwetterphase nutzen wollten, um mit dem Lackieren fertig zu werden. Leider hatte die Vorhersage sich vertan, und wir fanden es gar nicht lustig, als eine halbe Stunde bevor wir fertig waren, plötzlich Regentropfen auf den frischen Lack fielen. Es waren nur ein paar, aber wir sahen schon vor uns, dass wir die wochenlange Arbeit umsonst getan hatten und nicht in den Genuss zu kommen, sagen zu können: Yay! Fertig! Sieht toll aus!
Wir haben also panikmäßig rumtelefoniert und tatsächlich einen Stellplatz um die Ecke bekommen. Danke hier noch mal an Dani und Heinrich (der sich an dem Tag auch noch vorher nen halben Finger weggesäbelt hat), dass wir den Michel in eure Werkstatt stellen konnten! Super! In der kommenden Nacht schüttete es wie aus Kübeln und wir waren soooo froh, ihn im Trockenen zu wissen!

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Unser erster kleiner Unfall (hoffentlich der letzte)
Auf dem Rückweg von Köln sind wir eines Nachts in einem Graben gelandet. Und das kam so:

IMAG1649 …super Parkplatz! 😉
Wir sind brav einem Umleitungsschild gefolgt und standen plötzlich in einer Sackgasse. Toll! Vor uns eine Wiese, auf der wir super hätten wenden können, wenn es nicht seit Stunden geregnet hätte und die Wiese einfach nur Matsche mit Gras gewesen wär.
Rechts von uns Einfamilienhäuser, gehobene Ausstattung, gepflegte Vorgärten. Keine Einfahrt zum Wenden.
Links von uns ein Stoppelfeld. Also Matsche mit Strohhalmen. Und ein Graben.
Hinter uns die enge Straße und geparkte Autos, an denen wir nur knapp vorbeigekommen waren. Super!
Wir also mit Elan und (zu viel) Mut rückwärts, leider zu weit links – in den Graben. Aaaaaaah!!!!! Es ging nix mehr! Nicht vor, nicht zurück! Die Schieflage war echt gruselig! Wir also samt Hund nach draußen und was wir da sahen, gefiel uns gar nicht! Die linken Hinterräder hatten sich schön im matschigen Graben eingebuddelt, das äußere rechte Rad hing in der Luft, der Wagen war in sich verdreht. Heute wissen wir, dass das so ein 508 locker mitmacht (Leiterrahmen), aber dort im Dunkeln, im Regen, völlig verfroren und total erschöpft vom Tag war das eine mittelschwere Katastrophe. Es sah so aus, als würde der Michel gleich auf die Seite kippen und dass es fröhlich weiterregnete, machte es nicht besser. Wir haben uns jedenfalls nicht wieder rein getraut.

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In einem der Einfamilienhäuser brannte noch Licht und es schien, als hätten sich die Nachbarn dort zu einem gediegenen Umtrunk getroffen. Leider war niemand dabei, der einen Trecker in der Scheune hat und der einzige Bauer, der ihnen einfiel, war nicht erreichbar.
Na gut. Dann musste der ADAC her. Das ging dann auch relativ schnell. Innerhalb einer Stunde war er da. Wir konnten uns das Elend allerdings nicht mit ansehen und gingen zurück zur Hauptstraße, um auf den sogenannten gelben Engel zu warten. Falls der Michel umkippen sollte, wollten wir das nicht mit ansehen!
Der Gelbe sagte nur „Ach du Scheiße!“. Dann sah er es doch als Herausforderung an, diesen 3,5t Wohnmobil-Opa zu retten. Er brauchte dann auch trotz seines offensichtlich großen Erfahrungsschatzes mehrere Anläufe, denn er konnte ja genauso wenig rangieren wie wir. Und sein Wagen war dann auch noch etwas größer. Mit viel Trickserei und Kraftumlenkung mittels Rollen hat er es dann auch geschafft, den Michel wieder auf die Straße zu kriegen. Wir waren echt happy!
Den restlichen Weg haben wir dann sehr genau auf neue Geräusche gelauscht, aber es schien alles in Ordnung zu sein. Die restliche Nacht haben wir dann auf einem Parkplatz in Wetter verbracht, da wir am nächsten Tag in Dortmund sein sollten. Wart ihr schon mal in Wetter? Toller Ort! Dort haben wir schon einige Male übernachtet. Die Wälder da sind toll! Mit Blick auf die Ruhr, herrlich! Nach dieser Nacht waren wir jedenfalls so durchgefroren, dass wir uns Schuhe anzogen, als wir in die Wälder gingen. Das ist eigentlich nicht weiter erwähnenswert, aber für Dominique war es das erste Mal in diesem Herbst (es war der 26.10.). Auch dies wäre nicht erwähnenswert gewesen, wenn wir nicht im Wald einen Barfußläufer getroffen hätten.
Er erzählte uns, dass er die Ruhr entlang geht, jetzt schon eine Woche unterwegs sei und noch etwa eine Woche weiter gehen wolle. Natürlich haben wir ihn erstmal ein wenig ausgequetscht und ein bisschen von uns erzählt. Ja, das war eine ganz schöne Begegnung und lenkte uns ein bisschen von der weniger tollen Nacht ab.
Ganz so glimpflich ist der Michel dann doch nicht davon gekommen. Den linken vorderen Lagerbock hat es zertrümmert. Das ist das Teil, das das Führerhaus quasi mit dem Fahrgestell verbindet. Oder so ähnlich.
Da der rechte auch schon ziemlich porös aussah, hieß es, beide zu ersetzen. Gut, dass es für den Michel noch (fast) alle Ersatzteile gibt!

TÜV
Tja, was sollen wir sagen? Keine Mängel!!!!!!!

Haushaltsauflösung
Es war schon ein cooles Gefühl, vor den Mitarbeitern der Hausverwaltung zu sitzen und zu sagen. „Hey, wir brauchen eure Wohnung nicht mehr!“.
Zum 1.1. ziehen wir dann also in den Bus, melden uns bei Freunden an und sind „frei“.
Wir lösen also unseren Haushalt auf. Wir verschenken, verkaufen, tauschen all die Dinge, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben. Möbel, Bücher, CDs, Deko-Kram, Haushaltsdinge, Werkzeug, alles Mögliche.Unsere Küche sieht zwischendurch aus wie ein Trödelmarkt:
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Es gibt eine kleine Ecke in unserer Wohnung, in der sammeln wir Dinge, die wir behalten wollen, das werden sicherlich noch 8 Bananenkisten, voll besonderer CDs, Kostüme, Fotos, Akten etc. sein.
Wichtige Bücher (1 Kiste)und Instrumente, die nicht mit in den Bus sollen, haben wir bei einem befreundeten lesebegeisterten Musiker untergebracht, als Dauerleihgabe.
Bis heute sah unsere Küche zum Teil wie ein Trödelmarkt aus.
Wir freuen uns sehr darauf, zu entdecken, mit wie wenig Zeug wir leben können, und darauf, kreativ mit Mangel umzugehen.
Bis dahin heißt es aber noch kräftig weiter reduzieren, viel zu viel Ämterkram erledigen, die alte Wohnung leer und einigermaßen in Schuss bekommen (Kaution!) und die neue „Wohnung“ nach unsere Bedürfnissen umzubauen. Und dafür haben wir noch vier Wochen Zeit. Definitiv zu wenig!!!!
Ab Januar haben wir übrigens quasi nur noch das zum Leben, was wir mit der Musik verdienen, wer uns also gerne für ein Wohnzimmerkonzert einladen möchte, kann das gerne tun. Straßenmusik ist im Winter nicht ganz so toll! 😉

Die Kids
Viele wissen ja, dass Tine Kinder hat und fragen sicherlich, was mit denen passiert. Keine Sorge! Die werden nicht am Straßenrand ausgesetzt!
(Wir lassen ihre Namen hier mal weg.)
Der Große ist schon im letzten Jahr ausgezogen, die Mittlere zieht mit ihrer total freakigen, aber strengen Großmutter zusammen und der Kleine darf endlich mit seinem Vater zu seiner Oma ans Meer ziehen.
Es ist übrigens sehr interessant, dass sich Menschen, die Tine gar nicht kennen, ein Urteil über sie bilden, weil sie „ihre Kinder verlässt“. Dazu sagen wir hier mal nichts weiter, regen aber mal ein bisschen dazu an, darüber nachzudenken, warum das bei Vätern ganz anders gesehen wird. Bei Müttern ist es unvorstellbar, dass sie ihr Kind ein Jahr lang nicht sehen.
Mutter geht ein Jahr lang auf Tour, denn sie ist Musikerin: Rabenmutter!
Vater geht z.B. ein Jahr lang auf Forscherexpedition: Wie aufregend!

Der Hund

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Motte kommt mit.

Die Musik
Dominique hat sich ja momentan mit seiner Waldzither dem Volksliedgut des 19. Jahrhunderts verschrieben. Er möchte diese Volkslieder in die Welt tragen und versuchen, aus den jeweiligen Ländern, die wir bereisen, ein (oder mehrere) Volkslied(er) zu erlernen und weiter zu tragen.
Da trifft es sich gut, dass er in unserer Heimatstadt Hamm die Autorin Renate Hupfeld entdeckt hat, die eine Biographie über Theodor Althaus, einem Revolutionär des 19. Jahrhunderts (Vormärz) geschrieben hat. Mit ihr möchte er vor der Abreise noch ein paar Lesungen mit Volksliedern aus der Zeit veranstalten, falls jemand das hier liest und uns einladen möchte (Tine als Gastmusikerin natürlich auch), kann das gerne tun. Bis Anfang April sind wir noch in Deutschland.
Außerdem hat sich bei Tine ergeben, dass sie für 2016 nach New York eingeladen wurde, um dort bei einem Festival für singende Säge zu spielen. Das sieht sie natürlich als Ansporn, ihr Spiel zu verbessern (perfekt gibt es ja nicht).
Ach ja, mit Das SYSTEM gibt es übrigens noch zwei Auftritte und zwar am 10.01. in Kamen (Lüner Höhe) und am 21.02. in Hamm (Hoppegarden) und den Poetry-Slam machen wir noch bis März weiter.

So, das war jetzt mal ein ganz schön langer Eintrag, wir hoffen, er war trotzdem nicht langweilig.
Der nächste wird hoffentlich kürzer und nicht ganz so lange auf sich warten lassen.

Schaut einfach wieder rein.
Hamm, 29.11.2014

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