Hundeabenteuer

Da sitzen wir im Bus bei Radbod und frühstücken, da wundert sich Tine, sie habe da einen Hund vorbeiflitzen gesehen und der habe kein Halsband getragen. Dann noch ein zweiter. Wir also sofort raus und ich hinterher. Endlich ist die ganze Rennerei mal für was gut. Ich also wie gesagt hinterher, Leinen gepackt, und muss mit ansehen, wie die Viecher auf die Hauptstraße rennen und dann am Autohaus entlang Richtung Kreuzung. Ich laufe so schnell ich kann, und doch entschwinden sie kurzzeitig meinem Blick. Ein geistesgegenwärtiger Autofahrer zeigt in Richtung Radbodsee, also rechts ab, was eine gute Nachricht ist, weil da nicht so viel Verkehr ist. Trotzdem rechne ich natürlich jederzeit mit den typischen Unfallgeräuschen und in mir steigt, eigentlich wie immer, nicht die Panik, sondern die Trauer hoch, die mich ruhig macht und, als ich sie endlich wieder im Blick habe, langsamer werden lässt. Die beiden haben die ganze Zeit rennend gespielt, glückliche Biester, die sich keiner Gefahr bewusst, so hoffte ich, auf ihrem normalen Gassigang befanden, falls sie in der Nähe wohnten. Ich rief sie flötend und näherte mich dem tobenden Fellknäuel. Einer war ein Bernasennenköter, der andere ein großer Kampfhundmischling. Ich war nun da, bei ihnen und streichelte dem Bernasennenhund über den Kopf. Er wehrte sich nur ganz kurz und ließ dann zu, dass ich ihm die Pferdeleine über den Kopf zog. Währenddessen beobachtete ich den Staffordshiremischling, naturgemäß misstrauisch, was völlig unbegründet war. Beides waren ausgewachsene, leicht pummelige Knutschkugeln. Ich nahm den einen bei der Leine mit und hoffte, dass der andere folgen würde. Der Rückweg verlief ganz gut, obwohl der Kampfhund immer wieder ausbrach. Jetzt wurde ich von den anderen Verkehrsteilnehmern wüst beschimpft. „Arschloch“ oder „In Deutschland ist Leinenpflicht, du Penner“, wiesen mir wegweisend den Weg zurück und verbanden mich intensiv mit meiner Heimat und ihren Eingeborenen.

IMAG2007

Tine hatte natürlich schon das Tierasyl angerufen. Wir warteten mit den Kötern im Proberaum, bis Peter und Sarina vom Tierpark nach etwa einer Stunde kamen und die beiden mitnahmen. Eine schöne Zeit mit den beiden Hundetieren.

Noch am selben Abend haben die Besitzer sie dann abgeholt, was nicht anders zu erwarten war. Die Viecher waren geliebte Haustiere, das war deutlich zu merken. Unsere Vermutung ist, dass während der Märzstürme ein Gatter aufgeschlagen war, so dass die beiden Abenteuerer entwischen konnten, während die Besitzer vermutlich gearbeitet haben. Ein schöner aufregender Zwischenfall mit einem guten Ende. Und ein schöner Wert im Herzen.

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